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IgA, IgM, IgG und chronische Infektion

Hi,

Ich verstehe nicht ganz den Unterschied zwischen den verschiedenen Immunglobulinen. Vielleicht könnte ihn mir jemand Sachkundiger erklären?
Also, IgG wird in der verzögerten Abwehrphase von ca. 3 Wochen nach der Erstinfektion gebildet.
Was ist jetzt aber mit IgA und IgM? Ich dachte immer, dass IgM die Akut-Antikörper wären, und, dass IgA und IgM dasselbe wäre? Jetzt werden die aber bei meinem Labor extra aufgelistet. Da steht, dass IgA beweisend für eine akute Infektion ist, aber was dann IgM aussagen soll, wird nicht erklärt. Bei anderen Quellen steht wiederum, dass IgM beweisend für die akute Infektion seien.
Jetzt bin ich verwirrt. Bei mir wurden IgA (negativ) und IgG (erhöht) bestimmt. Hätte ich jetzt IgM auch noch bestimmen lassen sollen? Bzw. was würden die überhaupt aussagen?

Ein zweiter Gedanke lässt mich außerdem nicht los: Was ist genau eine chronische Infektion? Bei mir kam die Diagnose viereinhalb Wochen nach Beginn der ersten Symptome raus, auf ACC hab ich dann aber eben - obwohl nur IgG erhöht war - eine Herxheimer-Reaktion gehabt. Habe jetzt 4 Wochen Doxy genommen. Kann denn eine Infektion in viereinhalb Wochen schon chronisch werden? Und was heißt das überhaupt genau, wenn eine Infektion chronisch ist?

Ich bedanke mich schon mal für klärende Antworten.
Lg, Nora

Und noch eine Frage hätte ich: Ich habe eben gestern noch die letzte Tablette Doxycyclin genommen. Ich überlege mir, ob ich den LTT-Test mache, um sicher zu gehen. Wann kann ich den Test machen, dass er aussagekräftig ist? Muss ich einen Abstand zur Antibiotika-Therapie halten?
Lg, Nora

>Ich verstehe nicht ganz den Unterschied zwischen den verschiedenen Immunglobulinen. Vielleicht könnte ihn mir jemand Sachkundiger erklären?

http://www.medizinfo.de/immunsystem/abwehr/immunglobuline.htm

>Ein zweiter Gedanke lässt mich außerdem nicht los: Was ist genau eine chronische Infektion? Bei mir kam die Diagnose viereinhalb Wochen nach Beginn der ersten Symptome raus, auf ACC hab ich dann aber eben - obwohl nur IgG erhöht war - eine Herxheimer-Reaktion gehabt. Habe jetzt 4 Wochen Doxy genommen. Kann denn eine Infektion in viereinhalb Wochen schon chronisch werden? Und was heißt das überhaupt genau, wenn eine Infektion chronisch ist?

Bei chronischen Cpn-Infektionen ist oft nur das IgG erhöht.

Eine genau Definition von chronisch weiß ich auch nicht. Wenn der Körper über einen mehrwöchigen Zeitraum nicht selbst damit fertig wird? Wenn die Cpn den ersten Antibiotika-Angriff überleben?

>Und noch eine Frage hätte ich: Ich habe eben gestern noch die letzte Tablette Doxycyclin genommen. Ich überlege mir, ob ich den LTT-Test mache, um sicher zu gehen. Wann kann ich den Test machen, dass er aussagekräftig ist? Muss ich einen Abstand zur Antibiotika-Therapie halten?

6 Wochen sollte man warten, habe ich mal gehört. Die Cpn, so noch vorhanden, werden aufgrund des Doxy jetzt in der kryptischen Form sein. Man muß etwas warten, auf daß sie die Chance haben, sich zu reaktivieren, um ein aussagekräftiges Testergebnis zu bekommen.

Gruß

Andreas

Reichen die Kräfte des Feindes zum Weitermarschieren noch aus, so müssen es auch die unsrigen. (Helmuth Graf von Moltke)

Wo soll ich den LTT-Test am besten machen? Sind die von Ganzimmun jetzt verlässlich oder nicht?
Lg, Nora

Hallo,
zu Ganzimmun habe ich gestern einen Beitrag (T-Cellspot Chlamydia) geschrieben. Nachdem dort die Diagnose Chlamydia trachomatis statt CPN hieß und zuvor trachomatis ausgeschlossen wirde, ist der Test m. E. nicht verlässlich.

Über IMD Berlin wurde bisher positives berichtet (auch bei älteren Beiträgen). Ich weiß aber nicht, was dort untersucht wird bzw. geprüft werden muss. Vielleicht kann jemand von seinen Erfahrungen berichte.

Grüße

Heinrich

Hm. Ja. Also ich bin aus Österreich, hier habe ich kein einziges (!) Labor gefunden, das diesen Test macht. Ich hoffe, dass man es vielleicht einsenden kann, irgendwie. Das kostet schon einiges, und dann auch noch die Unsicherheiten, ob jetzt richtig getestet wurde. grrr..
nora

Hab mich mal ans Telefon gehängt.

Und es wird immer interessanter. IMD in Berlin meint, man kann den LTT-Test 6 Wochen nach der Antibiotika-Therapie mit aussagekräftigem Ergebnis machen lassen. Ganzimmun erklärt mir wiederum, dass der T-Cellspot-Test nach einer Antibiotika-Therapie eigentlich gar nichts mehr aussagt, weil er weiterhin positiv sein kann (??), und - wenn ich ihn schon nach der Antibiotika-Therapie machen will - sollte ich ein halbes Jahr, mindestens jedoch 3 Monate Abstand halten. Ist doch toll: Einfach mal ein halbes Jahr abwarten und sich gemütlich zurücklehnen und nix machen. Und der LTT-Test sei nach Ganzimmun außerdem veraltet. Was jetzt die korrekte Auskunft ist, kann ich wohl würfeln...

Wenn die Laboruntersuchungen alle so ungenau sind, kann ich mich gleich aufknöpfen. Mit meinen erhöhten Igg-Werten wird mich dann kein Arzt therapieren, weil die alle behaupten werden, dass es schon ausgeheilt sei. Sicher alles psychisch, so wie immer... LTT war meine Hoffnung, dass ich da ein korrektes Ergebnis kriege, auch wenn die Antikörper zweideutig sind. Aber so...

Und wenn ich hier im Forum lese, wieviele Ärzte sich auch bei eindeutigen Befunden weigern was zu unternehmen, werd ich noch trostloser... Nur weil ich weiterhin Symptome habe, wird also überhaupt nichts passieren. Nach einer generalisierten Herpes Infektion und einem halben Jahr Ärzterennerei reichts mir langsam. Es scheint ohnehin alles zwecklos zu sein. Wie mans dreht und wendet, ewige Warterei und massenhaft Kohle für Nichts... Ich frag mich langsam, wo mein Leben geblieben ist. Mein Studium, meine Freunde, meine Träume...

nora

vielleicht kann mir ja jemand sagen, wie lange die Igg-Werte erhöht bleiben, nach einer durchgemachten Infektion. vielleicht wäre das eine Möglichkeit eine Aussage zu treffen. Ist es denn überhaupt ein Beweis, wenn 6 Wochen nach der Antibiose (oder auch gleich danach?) die Igg-Werte weiterhin erhöht sind??
nora

Oh, Laura, ich kann Deinen Ärger sehr gut nachempfinden. Ging mir genauso. Rennerei, Kohle, blöde Arztkommentare - irgendwann will man das nicht mehr. Immer dieser Spruch: Seronarbe, zurückliegende Infektion etc.. - aber nach etwas anderem suchen sie auch nicht.

Wir in Deutschland haben eine kaum bessere Situation. Die versch. Antibiosen sind auch nur Versuche..... Wir sind alle hilflos, solange wir nicht Ärzte finden, die uns ernst nehmen und sich auf eine lange Behandlung einstellen.

Das IgG ist sicher noch 6 Wochen nach der Antibiose erhöht. Vielleicht sogar höher als vorher, wenn die Antibiose angeschlagen hat. Als mein Artemisin angeschlagen hat fielen die IgAs und die IgGs stiegen.

Lg,
sunny

Aber Artemisin hilft doch nur gegen die Sporen, oder geht das auch intrazellulär gegen die Chlamydien vor?
lg

IgG kann noch 3 Jahre erhöht sein, wenn die Infektion schon ausgeheilt ist. Sollte dann aber eine rückläufige Tendenz haben. Meine Meinung.

Gruß

Andreas

Reichen die Kräfte des Feindes zum Weitermarschieren noch aus, so müssen es auch die unsrigen. (Helmuth Graf von Moltke)

Aber kann mir vielleicht irgendjemand helfen? Wie lange bleiben denn die antigenspezifischen T-Lymphozyten bestehen? Ist das so wie mit den Igg-Anitkörpern? IMD Berlin schreibt, dass die Werte beim LTT-Test nach erfolgreicher Antibiose zurückgehen. (http://www.imd-berlin.de/index.php?id=685) Hat damit jemand Erfahrungen?? Kann ich wirklich nach 6 Wochen testen und so sichergehen?

Also, die Vanderbilt schreibt ja, Cpn sei eine Infektion vom Schwierigkeitsgrad einer Tuberkulose. Schnelle Erfolge seien auf keinen Fall zu erwarten. Da wird auch im Erfolgsfall nicht zu erwarten sein, daß die Infektionsparameter von jetzt auf gleich wieder normalisieren.

Ich werde so rangehen, daß ich die Werte im Zeitablauf immer wieder kontrollieren lasse. Erst die Zeitreihe der Meßwerte, egal ob AK-Titer oder LTT, wird wirklich aussagekräftig sein. Nach 6 Wochen, nach 1/4 Jahr, nach 1/2 Jahr, nach 1 Jahr, nach 2 Jahren ...

Gruß

Andreas

Reichen die Kräfte des Feindes zum Weitermarschieren noch aus, so müssen es auch die unsrigen. (Helmuth Graf von Moltke)

Okay,
Also du würdest jetzt an meiner Stelle mal für ein Jahr oder so gar nichts unternehmen (keine Antibiotikas)? Und ein LTT Test kann mir im Moment auch keine schnellere Antwort darauf geben, ob die Symptome, die ich noch habe (Gelenke, Augen, etc.) noch von den Chlamydien kommen, oder nicht?
Lg, Nora

>Also du würdest jetzt an meiner Stelle mal für ein Jahr oder so gar nichts unternehmen (keine Antibiotikas)?

Nein. Zunächst geht Klinik vor Labordiagnostik. Solange Du einschlägige Beschwerden hast, muß die Therapie fortgesetzt werden.

Parallel sollten Laborwerte erhoben werden, um eine Zeitreihe aufzubauen und die Entwicklung beobachten zu können.

Sollten sich jetzt eindeutig negative Cpn-Meßwerte bei anhaltender Symptomatik ergeben, liegt die Ursache woanders als bei Cpn.

Bei mir entwickeln sich Klinik (Symptomatik) und Meßwerte gleichermaßen nach unten, weshalb ich soweit erstmal zufrieden bin. Die Sache lasse ich aber deshalb noch lange nicht vom Radar.

Gruß

Andreas

Reichen die Kräfte des Feindes zum Weitermarschieren noch aus, so müssen es auch die unsrigen. (Helmuth Graf von Moltke)

Ja, aber mein Problem ist, dass mich eben ohne einen eindeutigen Beweis kein Arzt therapieren wird. Darauf schwöre ich! Weil auch, wenn die immer erzählen, dass Klinik vor Laborwerten geht, so akzeptieren sie doch nur die Klinik, die sie messen können. Eigene Erfahrung von Herpes. Die Neurologen stecken dir hunderte Nadeln in den ganzen Körper um irgendwelche Ströme abzuleiten, sie schieben dich hundertmal in die Röhre, da aber eine Infektion nicht immer messbare Ergebnisse bringt, heisst es, alles sei psychisch. Und auch, als ich ihnen mitteilte, dass es mir auch Virustatika viel besser ging, haben sie weiterhin gemeint, es sei psychisch, weil der Laborwert (Es wurde nur Blut abgenommen, kein Liquor - und bei Herpes sind Ak-Titer nicht einfach zu bewerten) nicht eindeutig war. Ich brauche entweder einen EINDEUTIGEN Beweis oder die werden mich nur symptomatisch behandeln: sprich Schmerzmittel, und wahrscheinlich wieder mal irgendwelche tollen Psychopharmaka, wo ich nur Nebenwirkungen krieg. Niemand wird mir diese Antibiotika-Therapie verschreiben, und das, obwohl sie in meinem Stadium (Ich habe die Chlamydien sicher noch nicht lange) vielleicht sogar nur ein halbes Jahr andauern müsste.
Nora

Ich weiss, dass es die Chlamydien sind, die ich noch nicht lange habe. Und gleichzeitig weiss ich, dass es zwecklos ist, weil mir kein Arzt helfen wird, mit diesen Werten.

Dann brauchst Du einen anderen Arzt. Fahr nach HH oder gehe ins Borreliose-Zentrum Augsburg oder Blankenburg.

Gruß

Andreas

Reichen die Kräfte des Feindes zum Weitermarschieren noch aus, so müssen es auch die unsrigen. (Helmuth Graf von Moltke)

Okay, ich muss einfach weitermachen. Es bleibt mir eh nix anderes übrig. Also werde ich mit aller Kraft versuchen, hier in Wien einen Arzt davon zu überzeugen, dass es Sinn macht, eine längere Therapie zu machen, bei erhöhten Igg-Werten. Stratton würde die ja auch therapieren, lese ich hier im Forum. Schreibt er das auch irgendwo? Wäre dankbar über einen Link, das könnte ich beim nächsten Arztgespräch vielleicht zur Untermauerung nehmen.
lg, nora

T-Zellen leben ca 4-6 Wochen. Die Aussage vom IMD ist korrekt. Hier wird etwas anderes gemessen (T-Zell vermehrung), darum ist es bei Ganzimmun (Zytokinausschüttung) eine längere Zeit.

Hallo Martin,
Vielen, vielen Dank für diese Info!!! Das gibt Hoffnung. Ich mach mir also jetzt mal nicht zu viel Stress und wenn ich keinen Arzt finde, der mich behandelt, dann mache ich in 6-7 Wochen diesen Test und damit hab ich dann hoffentlich einen eindeutigen Beweis. :-)
glg, nora

...eigentlich wärs vielleicht gar nicht so schlecht, hier beim Inhalt auf der linken Seite auch ein Kapitel über die Problematik und unterschiedliche Methoden der Diagnosestellung zu machen... nur so ein Verbesserungsvorschlag. - Ich finde die Seite eh auch so schon ganz toll ;)
lg, nora

hallo martin,
weisst du vielleicht auch, wie schnell t-lymphozyten bei einer reaktivierung der chlamydien (nach einer antibiotika-therapie) wieder gebildet werden?
mich würden auch generell die erfahrungen anderer mit dem ltt-test interessieren, weil ich auch immer wieder lese, dass der test zwar bei unklaren antikörper-befunden helfen kann, aber gleichzeitig umstritten ist, weil er angeblich eine hohe fehlerquote haben soll...
lg, nora

Diese Seite fand ich interessant, denn sie verbindet die unterschiedlichen T-Zellen Reaktionstypen (TH1 und TH2, ggfs TH17) mit den jeweiligen IG*

Link vom admin gelöscht

einfach in google "Th1 th2 immunbalance" eingeben, für hilfreiche Infos (;-)

Aus den Thread erkennt man die grundlegende Problematik des "indirekten" Nachweis von Erreger über Antikörper. Keine Antikörper vorhanden bedeutet das die Erreger "weg" sind. Das ist aber möglicherweise ein Irrtum, es bedeutet nur, dass das Immunsystem nicht gegen sie reagiert wie es sollte. Man weiss z.B. von Sarkoidosepatienten in schweren Stadien, dass sie immer weniger Antikörper produzierten.

Grüße

Alex